Kleines Servicewunder:
PLM und Predictive Maintenance

Kunden- und Marktanforderungen wandeln sich laufend. Deshalb können kundenindividuelle Produkte entscheidend sein für den wirtschaftlichen Erfolg und für Wachstum – das gilt inzwischen in vielen Branchen. Die daraus entstehende Vielfalt zu beherrschen, ist aber eine Kunst. Deshalb gehört zur Vision Industrie 4.0 auch die kundenindividuelle Produktion. Eine Empfehlung ist, dass Unternehmen ihr Gesamtgeschäft von einer Kundeneinzelfertigung zu einer Variantenfertigung weiterentwickeln. Das erfordert eine zusätzliche Flexibilisierung von Produktion und Logistik ‑ sowie ein gut organisiertes Variantenmanagement.

Sobald es um eine ausgeprägte Variantenfertigung und die Ausrichtung der Produktion für kleine Losgrößen geht, sind Unternehmen mit typischen Aufwandstreibern konfrontiert:

  • Hoher Aufwand bei der Angebotserstellung
  • Abstimmungsaufwand mit Entwicklung und Produktion
  • Kalkulation der Herstellkosten
  • Verkaufspreisermittlung

Wie lassen sich individuelle Produkte also profitabel herstellen und die Vielfalt kundenindividueller Produkte beherrschen? Der Schlüssel ist ein effizientes Produkt- und Variantenmanagement. Dazu gehören Lösungen zur Variantenkonfiguration, bei denen die Produkte durch Eingabe von Merkmalen konsistent beschrieben werden.

Automatisierung statt Handarbeit

Das Regelwerk der Konfiguration ersetzt dann die technische Klärung. Das kommt vor allem der Kommunikation zwischen Mitarbeitern in Produktion und Vertrieb zugute. Auf Knopfdruck lässt sich ermitteln, ob eine bestimmte Ausführung technisch möglich ist und der aktuellen Vertriebsstrategie entspricht. Die Erstellung individueller Stücklisten entfällt (automatische Generierung), ebenso die Gestaltung individueller CAD-Modelle (Automatisierung durch Integration von CAD und ERP). Variantenkonfigurationslösungen können auch die Arbeitsplangenerierung erleichtern, die Rüstzeitfamilien optimieren und zur Reihenfolgenbildung und Auftragszusammenfassung nach Konfigurationsmerkmalen eingesetzt werden. Wichtig für den Vertrieb: Die Herstellkosten sind direkt im Angebot enthalten, und die Verkaufspreisermittlung ist ebenso ein Ergebnis der Konfiguration.

Viele Unternehmen verwenden die Standard-Variantenkonfiguration ihres ERP. Die Variantenkonfiguration ist integrativ mit allen prozessrelevanten Unternehmensbereichen verknüpft, vom Einkauf über die Produktion bis hin zum Vertrieb. Auf diese Weise können Unternehmen ihre Planung, Logistik, Auftragsverfolgung und Abrechnung zuverlässig koordinieren. Das eröffnet eine Reihe von Vorteilen: fehlerfreie Angebote, eine niedrige Reklamationsrate und zufriedene Kunden.
In SAP ERP wird das Beziehungswissen in einer Skriptsprache abgebildet und über einen Editor gepflegt. Viele Zuordnungen der einzelnen Code-Objekte machen die Verwaltung allerdings komplex, zeitaufwendig und fehleranfällig. Nur geschulte Spezialisten können die Vielzahl an Abhängigkeiten überblicken.

Variantenkonfiguration vereinfachen

Spezialisierte AddOns können den SAP-Standard erweitern und das Regelmanagement wesentlich einfacher machen. Statt des Standard-Editors organisiert eine Workbench die Regeln und Abhängigkeiten in einer eigenen zentralen Oberfläche. Der Absprung in verschiedene Objekte ist nicht mehr nötig: Beziehungen lassen sich zentral und übergreifend pflegen. Es sind keine speziellen Kenntnisse in der Skriptsprache mehr erforderlich. Die grafische Oberfläche ermöglicht es beispielsweise auch Mitarbeitern aus der Konstruktion, die Regelwerke und Variantentabellen zu modellieren und zu verwalten. Selbst hochkomplexe Produktdaten-Modelle lassen sich in kurzer Zeit umsetzen.

Eine intelligente Hierarchie reduziert die Anzahl der Regeln deutlich: Sie sind von der allgemeinen Definition eines Standards auf oberster Ebene bis zur Definition von Ausnahmen auf spezielleren Ebenen geordnet. Eine allgemeine Regel gilt nur so lange, bis sie durch eine spezielle überschrieben wird. So wird die Anzahl der Datensätze reduziert und es sind weniger Ausnahmen zu pflegen. Dank Trace- und Filter-Funktionen sowie Verwendungsnachweisen lässt sich selbst in umfassenden Regelwerken nachvollziehen, wie jeder Wert zustande kommt.

Vom Wenn zum Dann

Die meisten AddOns basieren auf einem WENN-DANN-Prinzip. Standard-SAP-Merkmale oder Kombinationen von Merkmalen werden zu Schlüsseln deklariert. Diese definieren im Wesentlichen den WENN-Teil einer Regel, der durch weitere Einzelbedingungen, also Abhängigkeiten von zusätzlichen Merkmalen bzw. Merkmalswerten, ergänzt und differenziert werden kann. Eine Baumstruktur vereinfacht die Navigation. Im DANN-Teil werden die Schlüssel durch einzelne Abhängigkeiten erweitert und differenziert. Auswahlbedingungen, Formeln, Merkmalswerte, Wert-Herleitungen, Wert-Einschränkungen, Vorbelegungen und dergleichen lassen sich dort pflegen.Der Vorteil für Neu-Anwender: Sie stellen die Stammdatenqualität und die Transparenz ihrer Produkte von Beginn an sicher. „Alt-Nutzer“ können ihr Datenmodell in einem Big Bang komplett umstellen oder die Workbench nach und nach implementieren.


In den kommenden Wochen möchten wir Sie mit den wichtigsten Bausteinen der vernetzten Fertigung vertraut machen. Wenn Sie bereits heute weitere Informationen benötigen, nehmen Sie jederzeit Kontakt mit uns auf.

Florian Sackmann
Industry Manager
itelligence AG
it-produktion@itelligence-group.de


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