Wer hat morgen überlebt? Neue Geschäftsmodelle in Zeiten der Digitalisierung

Der digitale Wandel rüttelt an tradierten Geschäftsmodellen. Junge Unternehmen implementieren völlig neue Konzepte und fordern traditionelle Unternehmensstrategien heraus. Dabei nutzen sie Technologien aus dem Baukasten des Internet of Things und von Industrie 4.0. Der Innovationszug rollt und lässt viele traditionelle Player hinter sich. Für fertigende Unternehmen heißt das: Ein Verharren im alten Geschäftsmodell birgt Gefahren.

Nachdem es in den letzten Jahrzehnten darum ging, Produkte mit höherer Automation besser, hochwertiger und schneller zu erstellen, gilt es heute, eine weitere Dimension zu berücksichtigen: Die Digitalisierung, ihren Veränderungsdruck und ihre Möglichkeiten. Unsere These: Alles, was sich digitalisieren, vernetzen und automatisieren lässt, wird auch digitalisiert, vernetzt und automatisiert werden.

Physische Produkte werden abgelöst

Wie schnell Digitalisierung und Vernetzung von Menschen voranschreiten, wird am Beispiel von Smartphones und Tablets deutlich. Smartphones gibt es erst seit 2007, Tablets seit 2010. In weniger als einem Jahrzehnt haben diese Geräte einen extremen Stellenwert in der Gesellschaft eingenommen: Die Menschen sind hochgradig vernetzt und zu jeder Zeit an jedem Ort online. Diese Vernetzung verändert die Kunden, ihre Bedürfnisse und Anforderungen. Bereits jetzt lässt sich im Alltag beobachten, dass immer leistungsstärkere Smartphones eine Vielzahl von Funktionen übernehmen. Physische Produkte wie Bargeld, Tickets und Schlüssel werden abgelöst.

Die Verlierer des Wandels haben es nicht geschafft, sich schnell genug an die Bedingungen anzupassen und mit neuen Geschäfts- und Vertriebsmodellen und Produkten an den Markt zu gehen. Die Überlebenden wiederum haben ihre Geschäftsmodelle und Produkte entweder angepasst, das Portfolio durch neue Produkte und Vertriebsstrategien erweitert oder auf andere Branchen ausgeweitet. Darüber hinaus gibt es neue Marktbegleiter: Start-ups mit meist disruptiven Geschäftsmodellen, die sich in kurzer Zeit zu wertvollen Unternehmen mit großem Marktanteil entwickelt haben. Das Geschäftsgebaren von UBER und airbnb mag zweifelhaft sein. Die Strategie der Wettbewerber ist aber klar. Keines der Unternehmen besitzt ein Taxi oder Hotelbett. Dennoch haben sie in den letzten Jahren signifikant mehr Umsatz erwirtschaftet als Taxiunternehmen oder Hotelketten – indem sie eine intuitive Plattform zur Servicevermittlung etabliert haben.

Auch in der fertigenden Industrie ergeben sich neue Geschäftsmodelle aus technologischen Errungenschaften. Hierzu zählen intelligente, vernetzte Produkte und Services sowie neue Verfahren wie etwa der 3D-Druck (additive Fertigung), der beispielsweise das Ersatzteilgeschäft sowie die dazu benötigte Logistik drastisch ändern wird.

Neue Ausrichtung, neue Produkte

Es ist also Zeit, sich den Herausforderungen der Digitalisierung zu stellen und die strategische Ausrichtung des eigenen Unternehmens zu überprüfen. Zentrale Fragen wären dabei:

  • Wie können wir unsere Marke in der digitalen Welt positionieren und relevant bleiben? Inwieweit müssen wir das Marketing umstrukturieren?
  • Wie können wir Umsatz über die digitalen Kanäle machen?
  • Wie und wo können wir uns von traditionellen Geschäftsmodellen lösen und das Produktportfolio weiterentwickeln?
  • Ist es sinnvoll, über die angestammte Branche hinauszudenken und Wachstumschancen auf neuem Terrain zu suchen?
  • Sind unsere Produkte und Dienstleistungen auf eine zunehmend digitale, individualisierte und unabhängige Kundschaft ausgerichtet?

Bei steigendem Wettbewerbsdruck geht es nicht nur darum, die Produktionsprozesse zu verbessern und zu automatisieren. Durch die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle lassen sich ganz neue Marktnischen besetzen. Zu beachten sind dabei vier Perspektiven:

  • Neue Produktideen: Mit welchen Produkten, Geschäftsmodellen und Vertriebsprozessen ist das Unternehmen auch in Zukunft gut aufgestellt?
  • Neue Services: Mit welchen Angeboten gehen Startups auf Ihre Kunden zu? Was können Sie daraus lernen?
  • Neue Technologien: Welche Auswirkungen haben technologische Weiterentwicklungen auf das eigene Industriesegment?
  • Neue Werkstoffe, Logistik- und Produktionsmethoden: Logistikdienstleister produzieren mit 3D-Druckern in Kundennähe; die Produktion verschiebt sich damit von den Herstellern zu den Logistikdienstleistern. Welche Auswirkungen kann das auf das eigene Portfolio haben?

Wer Industrie 4.0 primär als technisches Thema betrachtet, greift zu kurz. Es geht nicht nur um Schnittstellen, Sensorik und Massendaten. Cyber-physische Produktionssysteme (CPS) sind kein Selbstzweck, sondern müssen Mehrwerte liefern. Technologien helfen bei der Umsetzung. Die wichtige Frage davor ist allerdings die nach der Strategie.

Innovative Ideen in kleinen Schritten

Erfolgreiche Geschäftsmodelle bringen das Potenzial einer Technologie in den Markt. Sei es als Bestandteil von Produkten oder als Voraussetzung für ihren kommerziellen Erfolg. Fast alle diese Industrie-4.0-Technologien existieren bereits. Jetzt geht es darum, diese neu zu kombinieren und anzuwenden. Dabei braucht es zunächst keine massiven Investitionen, sondern vor allem gute Ideen, nachhaltiges Wachstum und strategisches Lernen. Das kann mit kleinen Schritten beginnen und braucht am Anfang nur Offenheit und Neugier.Zu beobachten ist etwa eine stetige Zunahme von Geschäftsmodellen, die im weiten Feld der Shared Economy angesiedelt sind. Ebenso mehren sich Pay-per-use-Modelle, die mit hybriden Leistungsangeboten aus klassischen Produkten, Servicepaketen und Software arbeiten. Diese Produkte sind komplex und anspruchsvoll und stellen hohe Anforderungen an die IT-Systeme, die den Lebenszyklus kostenoptimal begleiten.Der Evolution des Geschäftsmodells muss die IT-Architektur auf allen Ebenen Rechnung tragen. Sie muss offen, flexibel und gleichzeitig stabil sein. Klassische IT-Infrastrukturen sind darauf meist schlecht vorbereitet. Noch schlechter sind sie darauf vorbereitet, dass die dazugehörigen Prozesse einem permanenten Wandel unterworfen sind. Wo die Planbarkeit sinkt, muss die Beweglichkeit zunehmen ‑ das ist eine zentrale Herausforderung.

In den kommenden Wochen möchten wir Sie mit den wichtigsten Bausteinen der vernetzten Fertigung vertraut machen. Wenn Sie bereits heute weitere Informationen benötigen, nehmen Sie jederzeit Kontakt mit uns auf.

Florian Sackmann
Industry Manager
itelligence AG
it-produktion@itelligence-group.de


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